Beratung durch Rechtsanwalt nach Abmahnung.
  

Endlich kommt eine erste Bewegung auf der politschen Ebene: Die wirtschaftlichen Folgen („Schäden“) von Abmahnungen für WLAN-Betreiber in Hotels, Gaststätten und Cafés sollen eingedämmt werden. Bislang kann der Missbrauch der Gäste bzw. Kunden zu Abmahnungen führen, egal ob diese berechtigt oder unberechtigt sind. Laut Pressemitteilung aus Berlin seien dabei „Streitwerte unangemessen hoch und für Bürgerinnen und Bürger oder z.B. Cafés existenzgefährdend“.

Anm Rechtsanwalt Exner: Es ist gut, dass sich auch Hamburg dieser Initiative anschließt. Gerade die Gerichte der Elbstadt sind bekannt für die besondere Höhe der Streitwerte in Abmahnsachen. Während z. B. in Düsseldorf die Eingänge an Abmahnfällen nach einer Reduzierung der Streitwerte durch das OLG erheblich nachgelassen haben, ist Hamburg und die Urteile der Gerichte dort vielfach ein Las Vegas der Abmahnungen.

Derzeit kann ein WLAN-Betreiber in Hotels, Gaststätten, Krankenhäusern und Cafés nur dazu geraten werden, in Geschäftsbedingungen (AGB) einen gewissen Selbstschutz gegen Mißbrauch des eigenen WLANs durchzusetzten. Mit Anfragenhierzu ist auch die Kanzlei-Exner betraut. Eine Regelung erscheint insb. schon deshalb erforderlich, um eine Verletzung der Datenschutzregeln zu vermeiden. Als Service für die Gäste  ist ein WLAN aus Sicht der Kunden jedenfalls zu begrüßen.

Bundesratsinitiative für mehr Rechtssicherheit für WLAN-Betreiber

Hamburg/Berlin – Der Berliner Senat startet – gemeinsam mit Hamburg – eine Bundesratsinitiative zur Schaffung von mehr Rechtssicherheit für WLAN-Betreiber. Das hat er heute auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters beschlossen. Durch eine Entschließung des Bundesrates soll die Bundesregierung aufgefordert werden zu prüfen, wie das Haftungsrisiko für Betreiber drahtloser lokaler Netzwerke (WLAN – Wireless Local Area Network) beschränkt werden kann.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erklärte zu der Bundesratsinitiative: „Wir wollen mit der Initiative zu einer möglichst umfassenden Verfügbarkeit des Internets beitragen. Ein höheres Maß an Rechtssicherheit ist auch wichtig zur Unterstützung des Ausbaus der digitalen Infrastruktur Berlins. Verlässliche Rahmenbedingungen sind eine Voraussetzung dafür, dass sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Nachbarschafts- und Freifunkinitiativen, Hotels, Wirte oder andere Anbieter offene WLAN-Internetzugänge bereitstellen können.“

Drahtlose lokale Netzwerke haben sich als Teil der Telekommunikationsinfrastruktur etabliert. So gibt es WLAN-Angebote gewerblicher Access Provider, deren Kerngeschäft darin besteht, Nutzern öffentlichen Zugang zum Internet zu bieten. Für sie ist die Haftung im Telemediengesetz (TMG) geregelt. Daneben betreiben auch z.B. Hotels oder Gaststätten als zusätzlichen Service für ihre Kunden WLANs. Für sie lässt sich aus der bisherigen Rechtsprechung nicht sicher ableiten, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen sie bei Missbrauch durch Gäste rechtlich in Anspruch genommen werden können.

Bei der Verbreitung von Inhalten im Netz ist es zunehmende Praxis, Betreiber oder Nutzer von WLAN-Anschlüssen abzumahnen, wobei die Streitwerte unangemessen hoch und für Bürgerinnen und Bürger oder z.B. Cafés existenzgefährdend sind. Dies verhindert derzeit, dass in stärkerem Maße WLANs frei zur Verfügung gestellt werden. Es fehlen bisher auch klare gesetzliche Vorkehrungen gegen missbräuchliche Nutzung, die unter Einbeziehung von Zumutbarkeitskriterien von WLAN-Betreibern erfüllt werden müssen, um ein Haftungs- oder Abmahnungsrisiko auszuschließen.

Text/Quelle: senatskanzlei.berlin.de, PM Berlin, den 04.09.2012

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